1995 - 2001: Die Ära Lage beginnt

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von links im Bild: Georg Lage wird von der Mitgliederversammlung im Januar 1995 zum neuen 1.Vorsitzenden des TSV Lauf gewählt. Mit ihm agieren als 2.Vorstand Konrad Hofmann, als Kassier Klaus
Schmidt und als Schriftführer Gerhard Pfeil.

Im Jahr 1995 und dem folgenden Jahr werden Zug um Zug die Außenanlagen am Sportgelände neu gestaltet. Der Parkplatz an der Ostseite entsteht. Die Kosten dafür betragen 150.000 Deutsche Mark.

Beispielsweise werden auch der Spielplatz und der hölzerne Pavillon am Eingang zum Biergarten aufgebaut. 230.000 Deutsche Mark müssen aufgewendet werden um einen neuen Fußballplatz zu errichten und die verbesserte Trainingsbeleuchtung verursacht nochmals Aufwendungen in Höhe von 20.000 DM. Die Hausmeisterwohnung wird renoviert und ein Geschäftszimmer eingerichtet. All diese Arbeiten können im Jahr 1996 abgeschlossen werden.

Dank Niko und Marion Bourboulis geht der TSV im gleichen Jahr online, das heißt, der TSV Lauf nimmt sein Internetangebot auf und ist damit nach der Stadt Lauf als zweite Internetseite aus dem gesamten Stadtgebiet im World Wide Web vertreten.

Die Sportkegler von Gut Holz 66 (Zweite Bundesliga) gewinnen ein Freundschaftsmatch gegen die Nationalauswahl von Tschechien mit einem Rekordergebnis von 5418 Holz. Martin Fürst holt bei den Juniorenweltmeisterschaften der Sportkegler Gold, Silber und zweimal Bronze. Die Tischtennisabteilung feiert 30jähriges Jubiläum. Der Spielmannszug wird zum sechsten Mal Bayerischer Meister in der Klasse ‚Musikzug‘. Willi Wolf, früher Fußballer, Abteilungsleiter Leichtathletik, Schriftführer und Presse-mann der Fußballabteilung, erhält im Dezember 1995 das Bundesverdienstkreuz für seine gewerkschaftlichen und ehrenamtlichen Tätigkeiten.

Am 6. Oktober 1996 wird der neue B-Platz seiner Bestimmung übergeben. Von links, Georg Lage, 1. Bürgermeister Rüdiger Pompl, Ehrenvorsitzender Hans-Dieter Zantop, Kreisspielleiter Rupprecht, Konrad Hofmann, Klaus Schmidt, Gerhard Pfeil und Fußballspielleiter Zimmermann.

Der Breitensport-Kegelclub Gut Holz 66 kooperiert seit 1990 mit dem TSV auf den Bundeskegelbahnen und feiert 1996 sein 30jähriges Bestehen. Sage und schreibe 106 Mannschaften sind aus diesem Anlass zu Gast. Christiane Pape-Weninger holt bei den Paralympics 1996 in Atlanta, USA, 2 Goldmedaillen und eine Silbermedaille für Deutschland im Damen-Tischtennis der Behinderten und führt die Computer-Weltrangliste an. Walter Schiffner wird in Frankfurt Deutscher Meister der Senioren im Breitensportkegeln.

Der Spielmannszug richtet 1997 die 13. Bayerischen Meisterschaften des Landesverbandes für Spielmannswesen in Bayern aus und ist damit zum dritten Mal Gastgeber dieser Meisterschaften. Die Wertungsspiele finden in der Bertleinschule statt. Der Marktplatz in Lauf wird für zwei Tage zum Freiluftmusikpalast und ist von Besuchern und Zuhörern dicht belagert. Das Bayerische Fernsehen berichtet. Eine Kommission des regionalen olympischen Komitees aus Limousin in Frankreich besichtigt 1997 die Sportanlagen an der Röthenbacher Straße und staunt darüber, dass ein Verein eigene Anlagen unterhalten kann. In Frankreich liegen diese Dinge überwiegend in öffentlicher Trägerschaft.

Scharzad Mansouri trainiert die Shotokan-Kämpfer

Die A-Jugend der Sportkegler steigt in die Bayernliga auf. Die 1. Tischtennis-Herrenmannschaft steigt in die Bayernliga auf. Die fünffache Karateweltmeistern Scharzad Mansouri gibt einen Karatelehrgang.

Der F.C. Atromitos feiert sein 25-jähriges Bestehen, natürlich feiert der TSV mit. Die Fußball E-Jugend räumt alles ab – Meister 1996 und 1997, Sparkassenpokal und Supercup, auch die F1-Jugend wird Meister. Christiane-Pape-Weninger holt 3 Goldmedaillen bei den Europameisterschaften der Behindertensportler im Tischtennis.

Die Gesangsgruppe „Magic Sound Office” um Vereinskassier Klaus Schmidt gewinnt den Weihnachtsliederwettbewerb bei Radio F.

Im Jahr 1998 belegt der TSV Lauf e.V. beim bayernweiten Wettbewerb „Der zukunftsorientierte Sportverein” einen der ersten Plätze und wird deswegen während einer Feierstunde ausgezeichnet. Gut Holz 66 mit der Mixed-Mannschaft und Josef Hierteis holen jeweils den Bayerischen Meistertitel. Gut Holz 1923 feiert 75-jähriges Bestehen. Bundestrainer Eftimios Karamitsos gibt einen Karatelehrgang.

In den 90er Jahren sind regelmäßig und zusätzlich zum eigenen Vereinsgeschehen folgende Vereine und Gruppen auf dem Gelände und in den Gebäuden des TSV aktiv: Der FC Atromitos mit zwei Fußballmannschaften, die Rheumaliga, eine Polizeisportgruppe, das Ballettstudio Washbrooke, der VDK, der Versehrtensportverein, der ASB, die Singgemeinschaft Lauf, der Landesverband für Spielmannswesen Bayern, die RSG Lauf, der Obst- und Gartenbauverein sowie die Siedlergemeinschaft. Die Kegelbahnen und die Minigolfanlage sind ständig für jedermann zugänglich. Der Breitensport-Kegelclub Gut Holz 66 ist auf den Kegelbahnen beheimatet.

Mitgliederversammlung 1998 stellt die Weichen

Nach Fertigstellung des Turnhallenbaues beim TV 1877 Lauf im Jahr 1998, beantragt der TSV Lauf die Zuteilung freigewordener Hallenkapazitäten in den städtischen Hallen analog des entsprechenden Beschlusses durch den Stadtrat. An den TSV Lauf werden jedoch von der Stadt keine Turnhallenbelegungen vergeben. Die Abteilungen Badminton, Tischtennis und Spielmannszug haben dringenden Bedarf angemeldet. Dennoch bittet die Stadt Lauf darum, neben dem FC Atromitos auch den FC Türc Gücü auf dem Vereinsgelände aufzunehmen; den griechischen Fußballern soll der Sportbetrieb weiterhin ermöglicht werden. Kein Verein in Lauf sei bereit, dem griechischen oder dem türkischen Fußballverein die eigenen Anlagen zur Verfügung zu stellen. Der TSV nimmt nun beide Vereine in seine Obhut, obwohl die vorhandenen Umkleide- und Geräteräume sowie die sanitären Anlagen und Duschen bei weitem nicht ausreichen. Daraufhin ermuntert die Stadt Lauf den TSV, die vorhandenen Umkleideräume etc. auszubauen und dem Bedarf anzupassen. Zudem wird von der Stadt die Ausweisung eines Wohnbaugebietes an der Haltestelle-West angekündigt und prognostiziert dem Sportverein in Lauf-links deswegen einen deutlichen Mitgliederzuwachs.

Der TSV Lauf folgt den Empfehlungen der Stadt und beschließt während der Mitgliederversammlung 1998 die Durchführung der notwendigen Baumaßnahmen. Damit sollen die sanitären Engpässe beseitigt werden und die Musiker geeignete Räumlichkeiten verfügbar haben. Gleichzeitig wird die Errichtung einer Wohnung für den Vereinswirt und damit verbunden die Erweiterung der Hausmeisterwohnung abgesegnet. Ziel des Beschlusses ist es, den Vereinswirt an das Gelände zu binden um häufige und teure Pächterwechsel zu vermeiden. Diese Argumentation hat auch für den Hausmeister zu gelten, da er ständig auf der Sportanlage präsent sein soll und deswegen die Wohnung auch beziehen müsse.

Der TSV erstellt für sich das „Programm 2000” und will sich zukunftsfähig machen.

Nach der Bewilligung der Planungen, des schlüssig ausgearbeiteten Finanzkonzeptes und der Zuschussanträge durch die Stadt, den Kreis und den BLSV kann jedoch nicht sofort agiert werden. Der Bezirk Mittelfranken stellt plötzlich neue, zusätzliche Bedingungen und verschärft die Auflagen und Anforderungen. Die Städtischen Werke Lauf verlangen eine Einspeisung des Stroms vom Industriegebiet Wetzendorf her. Wegen den neuen Vorgaben muss die Nutzfläche der geplanten Anbauten zwanghaft um 19% vergrößert werden. Die dadurch entstehenden Mehrkosten an dem Bauvorhaben betragen rund 320.000 Deutsche Mark. Eine Nachbezuschussung erfolgt nicht mehr, da die mündlichen Absprachen des Vereins mit der städtischen Führung keinen Erfolg haben.

Richtfest beim Anbau der Wohnungen für Vereinswirt und Hausmeister
Rohbau der Wohnungen

Die Gesamtkosten der Baumaßnahmen rund um den bestehenden Turnhallenkomplex belaufen sich letztlich auf etwa 1,62 Millionen Deutsche Mark. Dazu kommen die Kosten für den Bau der Pächterwohnung in Höhe von 0,4 Millionen DM. Nach eingehenden Beratungen mit der Sparkasse, einem Steuerberater und einem Notar entschließt sich der Verein, die zu erstellenden Wohnungen als Eigentumswohnungen zu verkaufen und damit die unumgänglichen Kreditaufnahmen zu verringern. Die Wohnungen werden allen Vereinsmitgliedern und Bewohnern in Lauf zum Kauf angeboten. Letztlich zeigt niemand Interesse.

Durch Vermittlung kann eine Wohneinheit an einen Investor in Nürnberg veräußert werden. Die zweite Einheit kauft der TSV-Vorsitzende Georg Lage um die Liquidität des Vereins zu erhalten. Die Wohnungen bleiben trotzdem nur für die Zwecke des Vereins, also für den Vereinswirt und den Hausmeister verfügbar. Der TSV verspricht den Wohnungskäufern, die Wohnungen nach genau 10 Jahren zurückzunehmen und beginnt mit der Ansparung eines dazu erforderlichen Bausparvertrages. Insgesamt werden im Bauzeitraum Darlehen in Höhe von rund 400.000 Euro (800.000 DM) aufgenommen (Sparkasse, BLSV, Landesbank). Gleichzeitig sind die erheblichen Darlehen aus den Baumaßnahmen der Jahre 1990/91 und 1995/96 weiter zu bedienen.

Die finanziellen Folgen der zukunftsorientierten Beschlüsse der Mitgliederversammlung aus dem Jahr 1998 und der dementsprechend durchgeführten Maßnahmen auf dem TSV Gelände sollten in den Folgejahren direkt in die finanzielle Depression führen. Auf die Ausweisung des Baugebietes an der Haltestelle West wartet der Verein bis heute (2014) vergeblich.

Im Jahr 1999 werden die Erweiterungs- und Neubauten für die Wohnungen des Vereinswirts und des Hausmeisters beendet, fertiggestellt und wie vorgesehen bezogen. Der Spielmannszug wird wieder Bayerischer Meister in der Kategorie ‚Musikzug‘ und reist nach Aarau in der Schweiz. Nordbayerns größtes Fußballnachwuchsturnier mit 109 Mannschaften findet beim TSV Lauf statt. Alexander Foukas gewinnt die Bayerischen Jugendmeisterschaften im Kegeln. Dr. Johannes Lämmel, ehemals Vorsitzender und 2ter Vorsitzender des TSV und Errichter der Vereinssatzung, stirbt im Alter von 90 Jahren. Die Badmintonmannschaft steigt in die A-Klasse auf und startet ihren unaufhaltsamen Weg nach oben.

Türc Gücü Lauf nimmt im Jahr 2000 den Spielbetrieb auf dem TSV-Gelände auf. Christiane Pape-Weninger erreicht in Sydney bei den Paralympics im Tischtennis eine Goldmedaille im Einzel und eine Silbermedaille im Doppel. Der Spielmannszug begrüßt die BR-Radltour auf dem Laufer Marktplatz. Jan Matthis wird Bayerischer Vizemeister bei den Schülern der Fechter.

Spielmannszug 2001 in Budapest.

In 2001 wird der Spielmannszug gleich zweifacher Bayerischer Meister und reist nach Ungarn an den Plattensee zum Strandkonzert in Balatongyörök und Standkonzert an der Burg in Budapest. Breitensportkeglerin Tanja Dobrogotz und –kegler Alexander Foukas werden Bayerische Meister. Bei den Neuwahlen während der Jahreshauptversammlung übergibt Schriftführer und Vorstandsmitglied Gerhard Pfeil sein Amt nach 12 Jahren erfolgreicher Tätigkeit im Verein an Cornelia Ulherr. Georg Lage, Konrad Hofmann und Klaus Schmidt werden in ihren Ämtern bestätigt und machen weiter.

Beim TSV gibt es folgende Abteilungen: Badminton, Basketball, Fechten, Fußball, Karate, Leichtathletik, Miniaturgolf, Schwimmen, Spielmannszug, Sportkegeln Gut Holz 23, Tennis, Tischtennis, Volleyball, Breitensportkegeln Gut Holz 66, Fit mit Musik, Fit ab Fünfzig, Jazzdance, Kinderturnen, Mutter-Kind-Turnen, Problemzonengymnastik, Showdance, Steppaerobic, Streetdance, Wirbelsäulengymnastik und Yoga. Mitgliederstand im August 2001 = 1646 Mitglieder.

Beim Richtfest der neuen Sportanlagen gießt es aus allen Rohren vom Himmel.

Im Rahmen der Sonnwendfeier 2001 findet das Richtfest für die neue Gymnastikhalle, Übungsräume und Umkleideräume statt. Sintflutartige Regenfälle verhindern am 16. Juni 2001 eine geordnete Durchführung der Feierlichkeiten, da die Neubauten schnell unter Wasser stehen. Die Dächer der Rohbauten sind noch undicht. Erst nach dem Umzug der durchnässten Gesellschaft in den bestehenden alten Trakt können die Gäste begrüßt werden. Das Jubiläumsjahr steht vor der Türe. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Der TSV will sein 100-jähriges Bestehen gebührend feiern.

von Anton Hensel